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25 August 2020    /    

Die Ölbaum-Route: Provence für Feinschmecker-

Die Ölbaum-Route in der Provence ist ein besonderes Erlebnis für Feinschmecker und Liebhaber des Südens. Möchten Sie Provence mal anders erleben, weg von den berühmtesten und deshalb überfüllten Sehenswürdigkeiten, und die sagenhafte Idylle samt hochgelegenen Dörfern, Lavendelfeldern, Weinbau am Hügel und herkömmlichen Bräuchen in entzückender Einsamkeit, ohne Menschenmengen genießen? Lassen Sie sich durch meine Heimat führen, in der nördlichen Hochprovence.


Dort, im Regionalpark der Baronnies Provençales, wurde eine 90 Kilometer lange Route für Autofahrer, Wanderer und Fahrradfahrer gestaltet. Sie heißt „Route de l’olivier“, auf Deutsch die Ölbaum-Route und führt Sie ins Herzen einer authentischen, weniger bekannten und genauso schönen Provence, mit wunderbaren Landschaften und köstlichen Spezialitäten.

Sur la route de l'olivier en Baronnies provençales.
Die Ölbaum-Route in der Provence


Vergessen Sie die erschöpfenden Touristenscharen, die überfüllten Busse. Hier sind Sie alleine, oder fast. Die Ölbaum-Route in der Provence schlängelt sich durch malerische Täler, die von türkisblauen Flüssen geschnitzt wurden, hält an perfekten Kleinstädtchen wie Nyons, umrundet menschenleere Lavendelfelder auf majestätischen Hängen, und natürlich erhabene Olivenhaine. Alte Mühlen, romanische Abteien, sonnige Blumen, Oliven und Wein belohnen den neugierigen Wanderer, der mal ins weniger Bekannte sticht, und die zeitlose provenzalische Idylle wiederfindet.

Feinschmecker werden verwöhnt: die schwarzen Oliven von Nyons gehören zu den angesehensten Tafeloliven der Welt. Sowohl die schwarzen Tafeloliven als auch das Olivenöl sind mit einer Marke für geschützte Herkunft, AOP, versehen: „olive de Nyons AOP“. Diese Produkte gehören unbedingt zur genussreichen Erfahrung der Ölbaum-Route in der Hochprovence.

Die Ölbaum-Route in der Provence

Hier werden Sie die komplette, 90 Kilometer lange Strecke der Ölbaum-Route in der Provence finden, mit allen Sehenswürdigkeiten und Bauerngütern, wo Olivenproben und Verkauf angeboten werden. Darf ich Sie zu meinen Lieblingsorten auf der Ölbaum-Route führen?

Nyons, die wunderschöne Olivenhauptstadt

Sagen Sie es niemandem, aber Nyons war schon immer meine Lieblingsstadt im Norden der Provence. Diese malerische kleine Stadt hat einen unverkennbaren Reiz, und bietet viel Spannendes zu sehen. Dazu gehört die wunderschöne romanische Brücke, die den Fluss Eygues überspannt. Die türkisblaue Intensität des kristallklarenWassers im Hochsommer entzückt Photographen und Badegäste: ja, Sie dürfen hier schwimmen, und den Blick auf die mittelalterliche Silhouette Nyons‘ genießen.

Vergessen Sie bitte nicht die kleine Kapelle aus dem 19. Jahrhundert, mit dem feinen Glockenturm der so aussieht, wie versteinerte Spitze.
Gehen Sie auf einen Spaziergang durch das alte Stadtzentrum, machen Sie eine kleine Pause am Marktplatz mit den schönen Arkaden, kaufen Sie Oliven, Früchte, Käse und Fleischwaren direkt vom Hersteller, denn Nyons schmeckt so sonnig und lecker.

Buis-les-Baronnies, für Bergsteiger und Fahrradverrückte

Tiefer in das hohe, bergige Hinterland, führt die Ölbaum-Route zu einer kleinen, bunten Stadt, die so aussieht, als wäre sie in der Zeit stehen geblieben: Buis-les-Baronnies. Über der Stadt thront der König der Provence, der kahle Riese Mont Ventoux. Die ikonische Gestalt des kalkweißen Berges wirft ihren hellen Schein auf die kleinen Gassen und die vielfältigen Brunnen des Stadtzentrums. Bergsteiger lieben Buis-les-Baronnies, denn die Stadt ist umrundet von berühmten Felsen und Felsbrocken wie Rocher Saint Julien. Die Fahrradfahrer aber sind unwiderstehlich angezogen von den steilen Hängen des weltberühmten Berges, die zu den schönsten Etappen des Tour de France gehören.

Uralte Ölbäume in Villeperdrix

Wussten Sie, dass der Ölbaum praktisch unsterblich ist? Niemand weiß genau wie alt der erhabene „Baumkönig“ werden kann – in Griechenland hat man einige gefunden, die über 3000 Jahre alt sind, und im Garten Getsemani in Jerusalem erinnern sich die Bäume an die letzten Stunden Jesu. Die ältesten Ölbäume auf der Route finden Sie in Villeperdrix, auf einem wunderbaren Bergpfad namens „sentier de l’olivier“. Sie erheben sich über das kleine Dorf und befinden sich nun inmitten der Berge, umgeben von Bäumen, die mehrere Jahrhunderte alt sind, und deren gewundene Stämme an Kunstwerke erinnern. Es gehört in meinen Augen zu den schönsten Stücken der Route.

Bildhübsche provenzalische Dörfer der Ölbaum-Route

Die Reiseroute wurde sorgfältig gerichtet, um Sie durch die schönsten Dörfer der Gegend zu führen.

In Mirabel-aux-Baronnies dürfen Sie es nicht versäumen, bei der Kapelle Notre Dame de Beaulieu anzuhalten: mit ihren pinselförmigen Zypressen und dem hügeligen Weinbau am Fuße der Kirche erinnert sie an die Toskana.

In Puyméras werden Sie vom alten Schloss, von der schönen Kirche auf der Spitze des Hügels und von den malerischen Fassaden der alten Häuser entzückt – das ewige Frankreich.

Bewundern Sie den schönen Ausblick auf den Mont Ventoux inmitten der erhabenen Ruinen der alten Burg von Faucon – das Dorf ist wie ein Balkon auf die Berge. Sie sollten unter den Kastanien eine Pause einlegen und ein Eis genießen…

Den Hauptdorfplatz von Villedieu werden Sie lieben: Kaffees, Restaurants und Geschäfte sehen so aus, als wäre es gestern 1900 gewesen.

Meine Lieblingsdörfer sind wahrscheinlich Villeperdrix und Saint May: beide stehen wie außerhalb von der Welt, hoch auf ihrem Hügel gelegen, umgeben von schlängelnden Straßen, tiefe Schluchten und mittelalterlichem Hauch. Ihre Schönheit, ihre Abgelegenheit, ihre Historizität beeindruckt.

Lavendelfelder und Salbei, die rosigen Sommerblumen der Provence

Jean Giono meinte, das violette Gold der Lavendelfelder sei „die Seele der Provence“. An manchen Stellen wie Valensole oder Sénanque sind die idyllischen Sommerblumen aber Opfer ihres Erfolges geworden, und die Menschenmengen können bedrückend wirken. Träumen Sie von Lavendel in stiller Einsamkeit? Folgen Sie der Ölbaum-Route bis zum Col d’Ey: dieser wunderschöne Bergpass erhebt sich über Buis-les-Baronnies und von dort aus bewundern Sie im Juli eine endlose Mosaik von lilafarbenen, violetten und rosaroten Tönen. Inmitten der Lavendelfelder sind einige Flecken von der pinken Salbeiblume zu bewundern – die Landschaft, der Anbau, die Vielfalt an Blumen, der Blick auf die Berge, alles wirkt absolut atemberaubend, besonders wenn das goldene Licht des Spätnachmittages alle Farben in Brand setzt.

Die leckeren schwarzen Oliven von Nyons

Nicht umsonst gelten die schwarzen Oliven von Nyons als die besten Tafeloliven der Provence, oder sogar die besten überhaupt. Um mit dem AOP-Siegel der geschützten Herkunft versehen zu werden, müssen die Oliven zahlreiche Voraussetzungen erfüllen, darunter die wichtigste: dass sie perfekt reif geerntet werden, ganz schwarz und schon faltenreich, um den beliebten süßen, reichen Geschmack von Butter und Frucht zu finden, ohne Spur von Bitterkeit oder Schärfe. Das Olivenöl schmeckt auch so fruchtig und sanft. Ich bin als Kind der Gegend mit diesem Olivenöl aufgewachsen, und kein anderes kann mir schmecken.
Zahlreiche Orte auf der Ölbaum-Route erlauben es dem Reisenden, am Bauernhof anzuhalten, Oliven zu probieren und zu kaufen. In Nyons können Sie das Ölbaum-Museum (Musée de l’olive) und die alte Mühle Les Vieux Moulins besichtigen, viel über die Erzeugung der Produkte lernen und sie auch probieren. Viele Bauer empfangen auch Besucher direkt am Hof.

Wir haben in La Ferme Brès übernachtet, wo die 7. Generation von Bauern die Olivenhaine bewirtschaftet. Einen wunderbaren Sonnenaufgang inmitten der Ölbäume mit Blick auf Nyons haben wir erlebt. Ich war richtig begeistert von ihrer „Affinade“, ein Brei aus schwarzen Oliven mit einigen Tropfen Olivenöl, ohne jeglichen Zusatz – absolut lecker!

In Buis-les-Baronnies haben wir beim Moulin de Haute-Provence Halt gemacht. Seit 1977 leiten ein Vater und sein Sohn diese Mühle, wo das feinste Olivenöl hergestellt wird. Sie gehören zu den zahlreichen Geschäften und Herstellungsorten, wo das beliebteste Produkt der Region verfügbar ist.

Nach ihrem Einkauf werden Sie vielleicht dazu geneigt, Rezepte mit schwarzen Oliven, Olivenöl und Affinade auszuprobieren? Wenn Sie die französische Sprache lesen oder eventuell bereit sind, auf Google Translate zu greifen, bitte lesen die diesen Artikel: leckere, einfache, bunte Rezepte auf Oliven basiert! Nicht nur die schwarzen Perlen kommen ins Spiel, sondern auch andere ganz besondere Spezialitäten, so wie die großen Aprikosen der Baronnies (meine Lieblingssorte überhaupt, ihr Geschmack und ihre Konsistenz sind perfekt) und der Weißwein „Vin blanc des Baronnies“ mit dem Siegel der geschützten Herkunft.

Ich hoffe, Sie werden diese schöne Tour durch die Baronnies provençales genießen… und sich von den Oliven überzeugen lassen! Andere Schönheiten der geheimeren, weniger touristischen Hochprovence entdecken Sie hier: Grignan und seine Umgebung.

Alle Bilder, auf denen ich zu sehen bin, sind die Bilder meiner Lieblingsreisebegleiterin und professionnellen Photographin, Marion Carcel – Foehn Photographie.

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